projekte
dänu extrem und straw dogs
rock’s not dead! just smells funny?
was tun die überlebenden der rockaera eigentlich, wenn hendrix, morrison und co. schon längst verwest sind?
dass immer noch fleisch am knochen ist, beweisen die veteranen am 14. mai 2011 um 20.30 uhr in der jägerhalle in basel.
jeweils mittwoch abends treffen sich die musiker um max felber zum gemeinsamen nachtessen. seltener treffen sie sich im proberaum, um seine songs zu jammen. die altherren des rock haben in ihren unterschiedlichsten karrieren so manches erlebt und gehen das musizieren mit entsprechender gelassenheit an. was nicht heissen soll, dass dem guten alten rock, den sie spielen, der biss fehlen würde! manches künstliche gebiss ist stabiler als verrottete musikerzähne!
stephan ammann, mitbegründer der legendären „circus“, hat seine hammond c3 gegen ein moderneres, handlicheres instrument eingetauscht und legt seine unverkennbaren licks unter die brachialen riffs aus max felbers zu lauter lespaul.
bei „lombego surfers“ sorgte dieser ü60er für den satten gitarrensound, aus seiner feder stammen auch die meisten songs von „straw dogs“.
markus fürst ist ein urgestein der basler szene und schlägt was das zeugs hält, wenn er nicht grad mit den stillen hasen auf tour ist. der vielseitige musiker demonstriert bei „straw dogs“, dass er auch mächtig reinhauen kann.
zusammen mit dänu extrem am bass legen sie das solide fundament zu felber’s songs.
das berner „enfant terrible“ revolutionierte mit seiner truppe „extrem normal“ in den 90er jahren die schweizer musikszene. der multiinstrumentalist überlässt den bass für einige songs dem filmer und lebenskünstler casy hofmann, um in die gitarrensaiten zu greifen.
der benjamin der band ist manu ebner am saxophon, der auch als leadsänger einiger songs sein können unter beweis stellt.
das ganze ergibt einen satten, unprätentiösen rock, der nichts will und vieles kann!
die veteranen des rock sind weiter gekommen als manch ambitionierter musiker je kommen wird. sie müssen nichts mehr beweisen und müssen, (ausser in die jägerhalle) nirgends mehr hin! das ist spiellust pur, die einlädt zum geniessen pur!
max felber (lombego surfers, 223…) vox, guitar
stephan ammann (circus, zodiacs, kind of cover… ) organ, keys
manu ebner (müllers erben…) sax, vox
dänu extrem (extrem normal…) bass, guitars, vox
casy hofmann (good morning…) bass
markus fürst (stiller has, adn, kind of cover…) drums
2011-Pressetext_Strawdogs.pdf 74kb
straw-dogs-logo-5_big.jpg 107 kb
bandfoto-straw-dogs-2.tif ohne logo, 300dpi, 99 kb
foto: casimir hofmann
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foto: casimir hofmann
nur eine von viele positiven kritiken vom konzert am 14. mai 2001
i was impressed. und ich tobe mich jetzt mal kurz aus, rhetorisch -
because you guys are a real inspiration.
wenn ich hier nachfolgend beim versuch den alten journalistentraum einer "wortreichen annäherung an das unaussprechliche" einer gewissen eitelkeit erliege - nehmt es als kompliment.
und ich verstehe, was du dir in dieser formation "holst", was "es" dir "gibt". the straw dogs are special. die band hat "etwas" oder "es", wie hammill früher mal sagte. ihr strahlt einen gemeinsamen nenner, einen code aus. jede band muss sich ja auf ein format mit dem entsprechenden inhalt einigen. in der abwägung der zutaten entscheidet ihr euch dezidiert für die reduktion zugunsten der direktheit und einer archaisch anmutenden intensität. da plätschert nichts, da rumst die kollektive attitude ins gemüt des zuhörers wie die faust in die magengrube. eindrücklich auch die abkehr von jedwelcher konzession an einschmeichelnde, akkustische "bequemlichkeit" oder im entferntesten "mainstreamige" kosmetik. stattdessen wird einem kübelweise commitment vor die schuhe geleert. brachial und in seltener echtheit. das unterschiedliche technische level der musiker (ohne jazzschul-noten verteilen zu wollen) macht das bekenntnis zur geläuterten klarheit noch glaubhafter. niemand bricht aus, alle ordnen sich mit herz und vehemenz der einfachen aber stimmigen formel unter. nichts ist hier selbstzweck - aber alles identifikation mit dem ganzen. einer herkömmlichen musikkritischen betrachtung entzieht ihr euch, weil hier alle konservatorischen kriterien ins leere schiessen. aber auch das ist nicht kalkül, sondern "die natur der sache". trotz allem liegt in der ästhetischen simplifizierung eine eigenbrötlerische raffinesse, die einfache schönheit zur glaubhaften wirkung bringt. dort wo die yardbirds mit velvet underground auf die clash treffen wird's hin und wieder unverhohlen aufmüpfig und punkig, jung und zeitlos.
the straw dogs play raw songs - reduced to the max. natürlich im doppelten sinn. weil max für euer aller kompromisslosigkeit das mitunter ironisch überzeichnete aushängeschild spielt - mit grandezza und verve. mit den virtuosen tonkaskaden eines thomas möckel (ist nichts persönliches, er ist einfach die idealbesetzung für alles was ich in der musik nicht mag) kann man mich quälen, bzw. vertreiben - vor einem einzigen felberschen rückkopplungs-heuler hingegen verneige ich mich. das ist seelenbalsam, rock'n'roll, magie, paradise lost und ein von der theke rübergewehtes, altersweise zustimmendes kopfnicken von keith richards.
give my compliments to the boyz, and thanx for a fantastic evening!
george henning
wenn ich hier nachfolgend beim versuch den alten journalistentraum einer "wortreichen annäherung an das unaussprechliche" einer gewissen eitelkeit erliege - nehmt es als kompliment.
und ich verstehe, was du dir in dieser formation "holst", was "es" dir "gibt". the straw dogs are special. die band hat "etwas" oder "es", wie hammill früher mal sagte. ihr strahlt einen gemeinsamen nenner, einen code aus. jede band muss sich ja auf ein format mit dem entsprechenden inhalt einigen. in der abwägung der zutaten entscheidet ihr euch dezidiert für die reduktion zugunsten der direktheit und einer archaisch anmutenden intensität. da plätschert nichts, da rumst die kollektive attitude ins gemüt des zuhörers wie die faust in die magengrube. eindrücklich auch die abkehr von jedwelcher konzession an einschmeichelnde, akkustische "bequemlichkeit" oder im entferntesten "mainstreamige" kosmetik. stattdessen wird einem kübelweise commitment vor die schuhe geleert. brachial und in seltener echtheit. das unterschiedliche technische level der musiker (ohne jazzschul-noten verteilen zu wollen) macht das bekenntnis zur geläuterten klarheit noch glaubhafter. niemand bricht aus, alle ordnen sich mit herz und vehemenz der einfachen aber stimmigen formel unter. nichts ist hier selbstzweck - aber alles identifikation mit dem ganzen. einer herkömmlichen musikkritischen betrachtung entzieht ihr euch, weil hier alle konservatorischen kriterien ins leere schiessen. aber auch das ist nicht kalkül, sondern "die natur der sache". trotz allem liegt in der ästhetischen simplifizierung eine eigenbrötlerische raffinesse, die einfache schönheit zur glaubhaften wirkung bringt. dort wo die yardbirds mit velvet underground auf die clash treffen wird's hin und wieder unverhohlen aufmüpfig und punkig, jung und zeitlos.
the straw dogs play raw songs - reduced to the max. natürlich im doppelten sinn. weil max für euer aller kompromisslosigkeit das mitunter ironisch überzeichnete aushängeschild spielt - mit grandezza und verve. mit den virtuosen tonkaskaden eines thomas möckel (ist nichts persönliches, er ist einfach die idealbesetzung für alles was ich in der musik nicht mag) kann man mich quälen, bzw. vertreiben - vor einem einzigen felberschen rückkopplungs-heuler hingegen verneige ich mich. das ist seelenbalsam, rock'n'roll, magie, paradise lost und ein von der theke rübergewehtes, altersweise zustimmendes kopfnicken von keith richards.
give my compliments to the boyz, and thanx for a fantastic evening!
george henning
